Archiv der Kategorie: Kinderbuch der Woche

In dieser Rubrik findest du das Kinderbuch der Woche.

Daniel und der Maler

Daniel und der Maler, Wera und Claus Küchenmeister, Erich Gürtzig

Mein Kind hat gerade Filzstiftverbot. Es hat wiederholt die Kleidung und Haut des kleinen Geschwisterkindes angemalt. Alles Reden und Erklären, Schimpfen und Verbieten half nichts. Schließlich habe ich die Filzstifte weggestellt. Doch dann fand mein Kind einen roten Filzstift, irgendwo unter einem Tisch oder in einer Sofaritze. Und jetzt hat die Puppe die Masern. Weiterlesen

Geflüster im Schnee

Geflüster im Schnee, Kate Westerlund, Feridun Oral

Mein Kind wünscht sich zu Weihnachten eine Puppe. Es ist nicht so, dass es hier im Haus nicht schon eine Puppe gäbe, mehrere sogar: Große, kleine, alte und weniger alte, mit blonden, roten und schwarzen Haaren, mit heller und dunkler Haut, Puppen aus meiner Kindheit, Puppen von Oma, Puppen von der netten Nachbarschaft. Es wohnen hier so unvorstellbar viele Puppen, dass man berechtigterweise sagen könnte, wir wohnten in einem Puppenhaus – wären da nicht noch die unvorstellbar vielen Teddys, Autos, Ponys und so weiter. Weiterlesen

Das Staubmaushaus

Das Staubmaushaus, Asja Bonitz, Mele Brink

„Ich lass gleich den Sauger fahren. Was dann noch auf dem Boden liegt, ist weg!“ Bedrohlich weise ich in Richtung Buntstifte, Flummis und Ü-Ei-Figuren, die trotz mehrfacher Bitte immer noch nicht aufgehoben wurden, sondern überall am Esszimmerboden verstreut liegen.

Diesmal scheinen meine Worte zu wirken, denn beide Kinder flitzen umher und sammeln mehr oder weniger gründlich ihre Sachen auf. Ich stelle derweil die Stühle auf den Tisch und hebe den Sofabezug an. Darunter kommen weitere Spielzeuge wie Autos, Bälle und Puppenkleider zum Vorschein, die beim Spielen hinuntergerutscht waren und wohl nicht weiter vermisst wurden. Seufzend hebe ich die Sachen auf und erinnere ich mich an die guten alten Standardsauger, mit denen man einfach um so einen Haufen Zeug herumsaugen konnte. Weiterlesen

Gute Nacht, Fledermaus! Guten Morgen, Eichhorn!

Gute Nacht, Fledermaus! Guten Morgen, Eichhorn!, Paul Meisel

„Und, hast du schon Freunde in deiner Klasse?“ Nahezu eine Standardfrage, die derzeit an viele Kindergarten- und Schulanfänger gerichtet wird. Auch mein Kind soll sie beantworten, obwohl wir wissen, dass es in den Pausen immer mit den Großen aus der Zweiten und den Freunden aus der Parallelklasse spielt. In der eigenen Klasse Anschluss zu finden, ist nicht leicht. Weiterlesen

Rocky und seine Bande Band 8 – Enzo im Computerfieber

Rocky und seine Bande – Enzo im Computerfieber, Stephan Valentin, Jean-Claude Gilbert

Auf der Suche nach Geburtstagsgeschenken für meine Große habe ich neulich Senso wiederentdeckt. Senso, nicht Senseo. Keine Kaffeemaschine. Senso war wohl eines der ersten Computerspiele meiner Generation. Weiterlesen

Wer findet den Schatz? Vier Rätsel und eine turbulente Suche

Wer findet den Schatz? Vier Rätsel und eine turbulente Suche, Frank Kauffmann

Die Hitzewelle geht auch an unseren Kindern nicht spurlos vorüber. Neben den ein bis vier Eistüten, die Junior seit dem Frühstück in regelmäßigen Abständen lautstark einfordert, wirken sich vor allem unkontrollierbare Wutausbrüche der Großen, durchs Haus fliegende Sandalen und Legosteine sowie Kreischalarm im Minutentakt sehr schlecht auf mein Allgemeinbefinden aus. Manchmal fühle ich mich gar gestraft. Weiterlesen

Fionrirs Reise

Fionrirs Reise, Andreas Arnold

„Ich bin jetzt schon ein großer Junge, oder?“ fragt mein Kind und schaut mich erwartungsvoll an. Gerade ist er auf bestem Wege, einen Schritt zu gehen, der ihn von den ganz kleinen Kindern unterscheidet und zu einem in seinen Augen wirklich großen Kind macht: Er geht zur Toilette. Weiterlesen

Oje, ein Buch!

Oje, ein Buch! Lorenz Pauli, Miriam Zedelius

Norddeutschland, sechs Uhr morgens. Der Kaffee ist noch nicht aufgesetzt und von Brötchen keine Spur, doch der Tag beginnt unweigerlich: Bettdeckengeraschel klingt herüber, mit einem Wumppwumpp landen zwei Paar Kinderfüße auf dem Dielenboden, stolpern über den Inhalt des Kaufmannsladens, rappeln sich wieder auf, drängeln sich gleichzeitig durch die Tür und nähern sich triptriptrip, wumpp, trippeltrip über den Flur, eine Stufe hinunter dem elterlichen Schlafzimmer. Noch bevor sich meine Augen ganz geöffnet haben, spüre ich schon den Zug an meiner Bettdecke, die kleinen Finger, die sich in mein Knie krallen, um sich hochzuziehen, und ein schweres Stück rechteckige dicke Pappe landet auf meiner Brust und piekt in mein Kinn: „Oje“, seufze ich. „Ein Buch!“ Weiterlesen

Als wir einmal Waisenkinder waren

Als wir einmal Waisenkinder waren, Nikola Huppertz, Maja Bohn

„Mama, ich bin jetzt tot“, ruft mein Kind mit Begeisterung, dass es mir Schauer über den Rücken jagt. „Das wäre aber schade“, sage ich ehrlich bestürzt. Aber noch während ich darüber nachdenke, welche Alternative ich zum Totsein-Spiel vorschlagen kann, ist das Opfer des Ritters schon wieder quicklebendig und hat auf Vater-Mutter-Kind umgeswitched. Der kleine Bruder muss das Ritterkostüm ablegen und in Babysprache kommentieren, dass er es doof findet, dass die „große-Schwester-Mama“ und der imaginäre Papa jetzt arbeiten müssen und keine Zeit für ihn haben.

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